In den letzten Wochen konnten wir zum Glück doch noch einige Ausflüge machen, dank Sondererlaubnis der Gemeinde. Jetzt nähert sich mein Freiwilligendienst dem Ende, und der heutige Ausflug war wohl der Letzte…
Vangelis sagt, wir haben
zweieinhalb Stunden. Und die nutzen wir! Zunächst fahren wir nach Cavo Sidero,
den nördlichsten Zipfel des Geoparks, wo sich zwei sehr wichtige Geosites
befinden. Eigentlich ist das gesamte Gebiet militärisches Sperrgebiet und Fotos
sind nicht erlaubt, aber es sieht einfach zu toll aus! Ein schmaler
Landstreifen führt auf die Halbinsel und trennt die Ägäis linkerhand von dem
Libyschen Meer rechterhand.
| Blick vom Cavo Sidero Richtung Westen |
Ein Stück weiter befindet sich der charakteristische Plattenkalk, der so stufenförmig ist, dass es schon fast unecht aussieht. Besonders toll sind die zahlreichen Fossilien: versteinerte Schwämme, die das Gestein durchziehen.
| Plattenkalk |
| Versteinerte Schwämme im Plattenkalk |
Auf der nördlichen Seite faltet sich der Fels. Wie ich schonmal irgendwo erklärt habe, wurde Kreta vor ein paar Millionen Jahren hochgedrückt, als sich die afrikanische Platte unter die europäische schob. Diese nur schwer vorstellbaren Kräfte werden hier sichtbar. Als wäre das Gestein lebendig und beweglich, oder als hätte ein Riese den Fels zusammengeknüllt. Eigentlich wollten wir eine seltene Blume suchen, aber es ist so windig, dass Vangelis befürchtet, wir werden vom Kliff geweht.
| Hier werden die tektonischen Verschiebungen sichtbar |
Auf dem Rückweg halten wir noch an einigen anderen interessanten Orten. Zunächst Erimoupoli, der Gegend um die archäologische Stätte Itanos, wo wir im Oktober schon gebadet sind. Auch hier werden die tektonischen Bewegungen durch den abrupten Wechsel im Gestein sichtbar.
| "Erimoupoli Mirror" |
Wer trotz allem die Geologie noch ziemlich langweilig findet, für den ist der Vai Palmenwald vielleicht etwas. Die Ansammlung der kretischen Dattelpalme (Phoenix theoprasti) ist im gesamten Mittelmeerraum einzigartig und zieht jedes Jahr tausende Touristen an. Wir sehen den Stand menschenleer. Langer Sandstrand, Palmen und tiefblaues Meer – was will man mehr? Hier wurde übrigens in den 90ern der Bounty-Werbespot gedreht! Auch die benachbarte Bucht Psili Ammos wirkt wie aus einer Urlaubsbroschüre!
| Der Vai Palmenstrand |
Einen letzten Stopp machen wir noch in der Schlucht am Toplou-Kloster. Hier gibt es sogenannte Tafoni, kleine Höhlen im Konglomeratgestein, die durch den Küstenwind herauserodiert wurden. Ich habe viel darüber gelesen und bin zugegebenermaßen etwas enttäuscht, es sind halt Löcher im Felsen. Aber gesehen haben wir sie jetzt auch.
| Blick aus einem Tafoni auf das Toplou-Kloster |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen