„Unter Einhaltung der geltenden
Corona-Maßnahmen“ ist es mir, Hanna und einigen Höhlenforschern aus Sitia dank
Sondergenehmigung gestattet, zwei Tage im Info and Hospitality Center in Karydi
zu verbringen. Das Zentrum befindet sich im alten Gerichtsgebäude des kleinen Dorfes
Karydi. Es wurde 2013 zum Zwecke der Höhlenforschung eingerichtet und wenn nicht
gerade Pandemie ist, kommen viele Schulklassen, Speläologen und andere Gruppen
für Forschungslager oder Seminare her. Es gibt 20 Betten, einen Gemeinschaftsraum,
Küche, Bad und einen gut ausgestatteten Seminarraum
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| Das Info and Hospitality Centre Karydi |
Während wir darauf warten, dass die
anderen nach und nach eintrudeln, wird ein kleines Interview mit uns geführt. Eine
Journalistin aus Sitia hat sich mit ihrer Website Sitiaka.gr selbstständig
gemacht und berichtet regelmäßig über alles, was so passiert. Anscheinend auch
über uns, wie ich erfahre. Es kennen uns also wirklich alle Menschen in
Sitia… Es wird ein sehr netter Abend, ich habe die anderen Höhlenforscher (aus
Sitia und Umgebung, und ein Franzose) ja auch schon kennengelernt und es ist schön,
sie wiederzusehen. Sehr witzig ist auch die Kommunikation: mit einer Mischung
aus Deutsch, Englisch, Französisch und Griechisch und im Zweifelsfall mit
Händen und Füßen.
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| Planung und Vorbereitung der morgigen Tour |

Am nächsten Tag geht es dann
endlich wieder abwärts, in die Dadoulas Höhle bei Sitanos. Es ist erst Hannas
zweite Höhle und die erste Schachthöhle, aber mit einem Crashkurs klappt es
ohne Probleme. Die Dadoulas Höhle ist ebenfalls eine aktive Flusshöhle mit sehr
interessanter Geologie. Insgesamt ist sie 760m lang und 260m tief. Weil wir eine
große Gruppe sind, staut es sich entsprechend an den Schächten, deshalb steigen
nur ich und zwei andere ganz nach unten. Ein schöner, offener zwanzig Meter
Schacht und ein neun Meter Schacht später sind wir im schönsten Teil der Höhle:
ein Raum voll mit Tropfsteinen. Weiße Stalagtiten, eine bestimmt zwei Meter hohe
Sintersäule und jede Menge andere schöne Formationen. Das Loch, aus dem wir
gekommen sind, war definitiv zugesintert, bis sich der Fluss seinen Weg hierher
gegraben hat. An den Seiten des kleinen Canyons sind die einzelnen Kristall-Schichten
deutlich sichtbar. Von hier aus geht die Höhle noch ein Stück weiter, dann kommt
ein Siphon, der wohl bis jetzt noch nicht durchtaucht werden konnte. Wir drehen
um und machen uns an den Aufstieg.

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Crashkurs im Schachten für Hanna
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Ich weiß nicht, bei wie vielen
Forschungswochenenden, Höhlenurlaubern und -lagern ich schon war, umso
vertrauter war mir die Stimmung in Karydi. Die nächste Tour ist auch schon
geplant, wenn wir eine Erlaubnis bekommen. Soviel Zeit bleibt leider ja nicht
mehr…
Tolle Sache, ich freue mich auf gemeinsame Touren in Kreta. Dann wenn das Reisen wieder erlaubt ist
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