Sonntag, 28. Februar 2021

Das Speläologische Zentrum Karydi

 „Unter Einhaltung der geltenden Corona-Maßnahmen“ ist es mir, Hanna und einigen Höhlenforschern aus Sitia dank Sondergenehmigung gestattet, zwei Tage im Info and Hospitality Center in Karydi zu verbringen. Das Zentrum befindet sich im alten Gerichtsgebäude des kleinen Dorfes Karydi. Es wurde 2013 zum Zwecke der Höhlenforschung eingerichtet und wenn nicht gerade Pandemie ist, kommen viele Schulklassen, Speläologen und andere Gruppen für Forschungslager oder Seminare her. Es gibt 20 Betten, einen Gemeinschaftsraum, Küche, Bad und einen gut ausgestatteten Seminarraum

Das Info and Hospitality Centre Karydi


Während wir darauf warten, dass die anderen nach und nach eintrudeln, wird ein kleines Interview mit uns geführt. Eine Journalistin aus Sitia hat sich mit ihrer Website Sitiaka.gr selbstständig gemacht und berichtet regelmäßig über alles, was so passiert. Anscheinend auch über uns, wie ich erfahre. Es kennen uns also wirklich alle Menschen in Sitia… Es wird ein sehr netter Abend, ich habe die anderen Höhlenforscher (aus Sitia und Umgebung, und ein Franzose) ja auch schon kennengelernt und es ist schön, sie wiederzusehen. Sehr witzig ist auch die Kommunikation: mit einer Mischung aus Deutsch, Englisch, Französisch und Griechisch und im Zweifelsfall mit Händen und Füßen.

Planung und Vorbereitung der morgigen Tour

Am nächsten Tag geht es dann endlich wieder abwärts, in die Dadoulas Höhle bei Sitanos. Es ist erst Hannas zweite Höhle und die erste Schachthöhle, aber mit einem Crashkurs klappt es ohne Probleme. Die Dadoulas Höhle ist ebenfalls eine aktive Flusshöhle mit sehr interessanter Geologie. Insgesamt ist sie 760m lang und 260m tief. Weil wir eine große Gruppe sind, staut es sich entsprechend an den Schächten, deshalb steigen nur ich und zwei andere ganz nach unten. Ein schöner, offener zwanzig Meter Schacht und ein neun Meter Schacht später sind wir im schönsten Teil der Höhle: ein Raum voll mit Tropfsteinen. Weiße Stalagtiten, eine bestimmt zwei Meter hohe Sintersäule und jede Menge andere schöne Formationen. Das Loch, aus dem wir gekommen sind, war definitiv zugesintert, bis sich der Fluss seinen Weg hierher gegraben hat. An den Seiten des kleinen Canyons sind die einzelnen Kristall-Schichten deutlich sichtbar. Von hier aus geht die Höhle noch ein Stück weiter, dann kommt ein Siphon, der wohl bis jetzt noch nicht durchtaucht werden konnte. Wir drehen um und machen uns an den Aufstieg.


Crashkurs im Schachten für Hanna

Ich weiß nicht, bei wie vielen Forschungswochenenden, Höhlenurlaubern und -lagern ich schon war, umso vertrauter war mir die Stimmung in Karydi. Die nächste Tour ist auch schon geplant, wenn wir eine Erlaubnis bekommen. Soviel Zeit bleibt leider ja nicht mehr…

1 Kommentar:

  1. Tolle Sache, ich freue mich auf gemeinsame Touren in Kreta. Dann wenn das Reisen wieder erlaubt ist

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