Freitag, 19. Februar 2021

Die schönsten Wegmarkierungen Kretas

Bei der Bezeichnung „Naturfreiwilligendienst“ ist die erste Assoziation oft praktische Arbeit in der Natur. Das ist zumindest in Geoparks meistens nicht der Fall, aber hin und wieder gibt es auch das. So wie heute zum Beispiel, denn es muss ein Wanderweg markiert werden.

Damit sich niemand verläuft!

Agios Georgios
Im Sitia Geopark gibt es 23 „Georouten“, die zu Fuß, mit dem Mountainbike oder dem Auto erkundet werden können. Wir nehmen uns heute die Georoute 18 vor, die in dem kleinen Dorf Exo Mouliana beginnt. Zunächst geht es vorbei an alten Gebäuden: ein venezianisches Haus, die byzantinische Kirche Agios Georgios mit Inschriften und Bildern aus dem 15. Jahrhundert, und den Ruinen von Windmühlen, die für die Lasithi-Gegend sehr typisch sind. 

Der Weg endet in einem Schafstall, dann wird er zu einem Pfad, der den Bergrücken hinaufführt. Schon jetzt ist die Aussicht toll, doch sie wird noch besser, als wir oben ankommen. Hier befindet sich Portes (=Tür), eine minoische Ruine. Von hier oben ist die einzigartige Schönheit Sitias ersichtlich: im Nordosten erstreckt sich der äußerste Zipfel Kretas, das Cavo Sidero, im Westen sieht man Agios Nikolaos und dahinter die schneebedeckten Gipfel des Dikti-Gebirges. Man kann Sitia mit dem Flughafen sehen und das wunderschön blaue Meer mit den Dionysades Inseln. Ein Eleonorenfalke gleitet elegant durch die Lüfte und neben uns fällt die Schlucht steil ab. Ich könnte ewig hier sitzen, aber wir haben noch einige Wegmarkierungen zu setzen!

Blick nach Agios Nikolaos mit den schneebedeckten Gipfeln der Dikti-Berge

Blick nach Exo Mouliana

Die minoische Siedlung Portes

Schließlich erreichen wir das kleine Limnes Plateau auf 840m Höhe. Hier oben am Fuße des höchsten Berges im Geopark, dem Megali Mouri (1179m), ist es doch deutlich kälter als unten in Sitia, es liegt sogar etwas Schnee. Eine Besonderheit sind die steinernen Brunnen, deren Wasser ein kleines Feuchtgebiet bildet. Ein paar Schafe rennen, empört über die Ruhestörung vor mir weg.

Das Limnes Plateau

Hier liegt sogar noch etwas Schnee

Ein kleiner See, gespeist durch die Steinbrunnen von Limnes

Der Weg führt weiter durch Koukistres, ein kleines Wäldchen aus Kermes Eichen. In Ostkreta gibt es kaum Wälder, abgesehen vom Vai Palmenwald und kleineren Flächen von Platanen. Der Weg ist steil und die Erde sehr lose, gar nicht so einfach, wenn man beide Hände voll mit Farbbecher und Pinsel hat… Meine Wanderhose ist jetzt auf jeden Fall etwas bunter.

Schließlich kommen wir an einem kleinen Sträßchen an, das zurück nach Mesa Mouliana führt. Entlang des Weges befinden sich viele versteinerte Schwämme und auch die geologische Geschichte der Insel lässt sich am Gestein ablesen: das Land, das heute Kreta ist, wurde einst durch tektonische Bewegungen aus dem Meer hochgedrückt. An den schrägen Gesteinschichten lässt sich das noch heute erkennen: sie sind abfallend zum flachen Kap Cavo Sidero und aufsteigend in Richtung der Bergketten Kretas. Nach 11km kommen wir im Dorf Mesa Mouliana an, von wo aus uns der Bürgermeister höchst persönlich zurück nach Exo Mouliana fährt.

Ein versteinerter Schwamm

Die Georoute 18 ist wirklich eine tolle und vor allem sehr abwechslungsreiche Wanderung, zumal sie jetzt die bestimmt schönsten Wegmarkierungen Kretas hat!

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