1. Mein Gepäck. Mein riesiger Koffer und der Rucksack sind vollgepackt, meine Ukulele baumelt am Rucksack und eine große Sporttasche mit Essen und Souvenirs habe ich auch noch. Alles in allem ist mein Zeug schwerer als ich. Zumindest bevor ich nach Kreta gekommen bin, mit dem ganzen leckeren Essen der letzten Monate sieht das jetzt vielleicht anders aus. Jedenfalls wird die Koordination unserer kleinen Odyssee noch interessant.
2. Der Abschied. Die Strategie:
verdrängen und ablenken. Am Samstag sind Lina und Paulina, die neuen
Freiwilligen angekommen, und Hanna und ich sind fast nur noch unterwegs. Wir
müssen uns von halb Sitia verabschieden, Geschenke machen, Souvenirs kaufen.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht so richtig, was ich zum Ende meines
Freiwilligendienstes sagen soll. Ich fühle mich nicht nur wohl in Sitia, ich
fühle mich zuhause. Ich genieße die Freiheit und Selbstständigkeit des alleine
Lebens. Ich genieße die Spontanität, sich einfach überraschen zu lassen, wer
mich wann wohin mitnimmt. Ich liebe es, neue Orte zu sehen, neue Menschen
kennenzulernen, Essen zu probieren, das ich vorher nicht kannte, lange
Strandspaziergänge zu machen. Die Vorstellung, in wenigen Tagen wieder in
Deutschland zu sein und dort NICHTS zu tun zu haben, gefällt mir nicht.
Natürlich freue ich mich auf meine Familie, aber durch den Lockdown in
Deutschland erwartet mich sonst nicht viel. Ich habe keine Antwort auf die
Frage, warum ich nicht bleibe und das Einzige, was ich sagen kann ist, dass ich
im Sommer wieder komme. „Ahhh, der Sommer auf Kreta ist ganz anders! Es ist so
viel schöner.“ Klar, mit Herbst und Winter habe ich nicht die besten
Jahreszeiten abbekommen, ganz zu schweigen vom durchgehenden Lockdown. Und
trotzdem hatte ich eine so tolle Zeit hier. Gestern bin ich aus dem Haus
gegangen, und eine Frau sprach mich an: „Ohh, you are famous – Sitia famous!
Good job.“ Dank der Lokalzeitung Sitiaka.gr, die uns schon mehrfach interviewt
hat und auch so über uns schreibt, und dem Facebook Account des Geoparks werden
wir sehr oft angesprochen. Es ist so ein schönes Gefühl, eine Wertschätzung für
etwas, dass sich so natürlich und selbstverständlich anfühlt. Die letzten Tage
vor der Abreise sind anstrengend und stressig, aber auf eine gute Art und
Weise. Außerdem ist es ja nur ein Abschied auf Zeit. Sitia – Ta leme!
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