In unserer Straße liegen
regelmäßig zwei Hunde rum. Den einen haben wir liebevoll Dickie genannt und für
Straßenhunde geht es den zwei ziemlich gut hier. Vor allem gibt es in Sitia
viele Katzen, aber die meisten werden von den Leuten ganz gut versorgt. Aber nicht
alle Streuner haben es gut und deshalb gibt es Sitia Animal Rescue, eine Non-Profit
Organisation, die sich um die Tiere kümmert, sie aufpäppelt und zur Adoption
freigibt. Helfende Hände werden immer gebraucht und Hanna und ich freuen uns
schon seit Tagen darauf. Wegen den Corona-Ausgangsbeschränkungen können wir aber
nicht im Auto mitfahren, also gehen wir zu Fuß zum Tierheim, auch wenn es ein
gutes Stück außerhalb von Sitia liegt. Die Strecke bis zum Lidl gehört ja
sowieso zu unserem wöchentlichen Ausflugsziel und von da aus sind es nur noch 20
min. Allerdings sind es 20 min auf der Nationalstraße, upsi…
Momentan gibt es hier um die 55
Hunde und 7 kleine Kätzchen. Pro Jahr werden um die einhundert Tiere adoptiert,
oft aus dem Ausland. Das wird durch Corona aber erschwert, denn es gibt kaum
Flüge, um die bereits adoptierten Vierbeiner in ihr neues Zuhause zu schicken.
Das Grundstück ist durch Zäune in
verschiedene Abschnitte geteilt, damit die Hunde je nach Alter, Charakter und
Geschlecht unter sich bleiben. Einige bellen eifrig, als wir uns nähern und
weichen dann sofort zurück und verstecken sich ängstlich, andere drängen sich
sofort um uns und können gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen. Bei so einer
stürmischen Begrüßung bin auch ich als Hundefreund leicht überfordert… Trotz
der liebevollen Pflege sieht man vielen Hunden an, dass sie Streuner sind, vor
allem natürlich denen, die noch nicht lange hier sind. Ihr stumpfes Fell spannt
sich über die Knochen und sie sind so abgemagert, dass man jede Rippe zählen
kann. Besonders süß ist der Wurf schwarz-grauer Welpen, die sich neugierig ans
Gitter drücken und über ihre Geschwister klettern und purzeln, um den
bestmöglichen Blick auf uns zu erhaschen.
Etwas später kommt der Tierarzt
vorbei, um einige Impfungen zu verabreichen. Dafür müssen die Hunde gefangen, ihr
Chip gescannt und natürlich die Spritze verabreicht werden. Manche Hunde sind
ganz ruhig und ertragen die Prozedur mehr oder weniger gleichgültig. Wenn
nicht, dann steht „Dog Fishing“ an. Der Tierarzt hat einen langen Stab mit
einem Ring dran und versucht so, die Hunde einzufangen, die sich eben nicht
einfach so impfen lassen wollen. Das Ding sieht aus wie das Werkzeug des Tierfängers,
der als Bösewicht in einem Disneyfilm fungiert, aber es ist die einzige
Möglichkeit, die teils panischen Hunde einzufangen. Es fällt allen Anwesenden
sichtlich schwer, ihre Schützlinge so ängstlich und wild mit dem Stab kämpfend
zu sehen. Zur Belohnung gibt es danach aber Leckerlis und die Hunde vergessen
schnell wieder die Sache mit dem Impfen und lassen sich füttern und streicheln.
Ich habe größten Respekt vor den Menschen, die neben ihren Vollzeit-Jobs täglich hierher kommen, um die Tiere zu füttern und zu pflegen, zu putzen und sich um den ganzen Papierkram kümmern, ohne einen Cent dabei zu verdienen. Die Arbeit ist nicht immer einfach und kann sehr kraftraubend sein, aber wenn dann ein neuer Besitzer ein Foto von einem frisch adoptierten Hund schickt, der in eine Decke eingewickelt in seinem neuen Heim ist, dann ist es alle Anstrengungen wert. Wir werden definitiv versuchen, regelmäßig her zu kommen um unseren Teil beizutragen.
Hier ist der Link für die Website des Tierheims: http://sitia-animal-rescue.gr/
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| Zugegeben: ich bin schockverliebt. |
| *55 heimatsuchende Hunde und 7 kuschelige Kätzchen |







