Unser erster Arbeitstag war Montag, der 19. Oktober. Unser Ansprechpartner vom Geopark sagte, wir sollen nach neun kommen. Wir zwei Deutschen stehen also um fünf nach neun unten am Hafen, wo sich der Geopark-Infopoint befindet. Allerdings ist „nach neun“ ja ein dehnbarer Begriff, also setzten wir uns ans Wasser und beobachten das morgendliche Treiben. Gegen zehn rufen wir dann doch mal Vangelis an; er sagt, wir sollen in einer halben Stunde kommen. Da wir ja glücklicherweise sehr nah am Hafen wohnen, gehen wir nochmal kurz nach Hause.
Zuerst statten wir dem Bürgermeister Sitias einen Besuch ab. Auf einmal sind alle ganz aufgeregt, es werden Bilder gemacht und ein kleines Interview geführt. Das Highlight sind allerdings die Süßigkeiten, die uns angeboten werden – ich habe noch nie etwas so Leckeres gegessen! Da sind Hanna und ich uns einig… Als nächstes zeigt uns Vangelis das Büro des Geoparks und das Gemeindezentrum (Kino / Bibliothek), wo wir die nächste Zeit arbeiten werden. Das war’s dann auch schon mit unserem „Arbeitstag“. In den nächsten Tagen widmen wir uns dann unserem ersten Projekt, nämlich der Übersetzung des Ecotourism Guide of Sitia Geopark. Für den Anfang ist es die perfekte Aufgabe, denn wir arbeiten entspannt und in Ruhe von 9:00 bis 14:00 Uhr und lernen bei der Übersetzung viel über Sitia und Kreta, über die Geschichte, Natur, Geologie und natürlich den Park selbst. Unser Arbeitsplatz selbst ist auch ziemlich cool, versteckt in der Ecke sitzen wir an unseren Laptops, umgeben von alten Büchern und Magazinen.
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| Treffen mit dem Bürgermeister Sitias |
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| Übersetzung des Geopark-Reiseführers |
Die zweite Arbeitswoche beginnt ähnlich wie die erste. Wir sind mit einer anderen Mitarbeiterin des Geoparks verabredet. Zunächst machen wir einen kleinen Spaziergang durch Sitia. Dabei erzählt sie uns viel über die Stadt und den Geopark. Sie weist uns auf kleine Details hin, für die uns bisher der Blick gefehlt hat, zum Beispiel die kleinen Fische, die im glasklaren Hafenwasser schwimmen, oder die rote Bucht, an der ich schon zweimal vorbeigerannt bin, ohne sie bewusst wahrzunehmen. Vor allem aber zeigt sie uns die Kräuter, die überall wachsen. Wilder Thymian, Melisse, Basilikum, Rosmarin und Oregano. Wenn man einmal darauf achtet, sieht und vor allem riecht man sie überall! Vor einigen Tage erzählte mir jemand, wie seltsam es für ihn war, in Finnland wandern zu gehen, da die Natur dort nach nichts riecht. Hier in Sitia nimmt man seine Umgebung mit allen Sinnen wahr: man riecht die Kräuter und das Harz der Pinien, hört das Rauschen des Meeres, schmeckt das Salz in der Luft und sieht die unvergleichliche Schönheit der Umgebung.
Nach unserem Spaziergang holen wir unsere Badesachen und gehen an den Strand. Soviel zu unserem Arbeitstag… Nach dem Schwimmen gibt es frischen Raki aus eigener Produktion (dabei ist es noch nicht mal zwölf…) ACHTUNG: ich möchte selbstverständlich keine Stereotypen und Vorurteile bekräftigen, es gibt hier durchaus Menschen die arbeiten, nur gehören wir bislang noch nicht dazu.



