Seit vier Jahren findet in Sitia der Geopark Trail statt. Allerdings nicht direkt in Sitia, sondern in Kato Zakros, einer kleinen Stadt südöstlich von hier. Wir werden morgens von einer Kindergärtnerin mitgenommen, die ehrenamtlich im Sommer und an den Wochenenden im Geopark mithilft. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde und führt durch die wunderschöne Landschaft der Sitia-Region hindurch. Die Straßen hier sind gut, aber führen so kurvig durch die Berge und Hochebenen, dass man durch deutlich mehr Zeit einplanen muss, als man denkt.
Der Geopark-Trail besteht aus einem 24km Lauf, einem 6km
Lauf und einem 1km Lauf für die Kinder. Die Laufstrecke führt durch die
Zakros-Schlucht, die auch den einladenden Namen „Schlucht der Toten“ trägt. In
den zahlreichen Höhlen der Schlucht setzten die Minoer ihre Toten bei; die in
einem Grab gefundenen Leichname stammen etwa aus der Zeit von 2300 bis 2100 v.
Chr. Zusätzlich zu den Läufern gibt es auch eine Wandergruppe, der wir uns anschließen.
Der Weg entspricht dem letzten Abschnitt des europäischen Fernwanderwegs E4. Unsere
Gruppe besteht aus Leuten allen Alters, die einfach Freude an der Natur haben. Bei
traumhaftem Wetter spazieren wir über die Hochebene, hin und wieder eröffnet
sich der Blick auf den eindrucksvollen Riss in der Erde unter uns. Die Schlucht
ist etwa acht Kilometer lang und verbindet den Ort Zakros mit dem minoischen
Palast Kato Zakros am Meer.
Einige Höhlenforschern, zu denen ich auch schon vorher über
Facebook Kontakt aufgenommen habe, sichern einige Kletterrouten am Fels, an
denen ich mich natürlich auch versuche. Nach dieser Anstrengung müssen wir den
restlichen Tag aber wirklich am Strand verbringen!
Kleine Corona-Anmerkung: die Einschränkungen in der Region um Sitia sind sehr gering (niedrigste Risikostufe), denn es gibt nur wenige Fallzahlen. Nur deshalb konnte der Geopark-Trail stattfinden – und war beliebter denn je! Letztes Jahr nahmen gerade mal sechzehn Läufer am 24km Lauf teil, dieses Jahr waren es über vierzig! Nachdem so viele andere Veranstaltungen ausfallen mussten, freuen sich die Menschen über jede sich bietende Gelegenheit, unter Leute zu kommen. Ansonsten besteht aber in Läden und öffentlichen Verkehrsmitteln Maskenpflicht, theoretisch auch in Restaurants, aber bei den Temperaturen hier sitzt man sowieso draußen. Hier ist es also deutlich unbedenklicher als in Deutschland und die Griechen achten auch darauf, dass die Touristen kein Corona anschleppen!
| Unterwegs auf den Straßen Kretas |
| Die eindrucksvolle Zakros-Schlucht oder die "Schlucht der Toten" |
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| Hanna und ich bei der Wanderung entlang der Schlucht |

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